Forschung

Die Veterinärpathologie ist eine Disziplin, die sowohl für die spezifische veterinärmedizinische Forschung als auch für viele Aspekte der interdisziplinären Grundlagenforschung essentiell ist. Diese Vielfältigkeit spiegelt sich auch in den Forschungsschwerpunkten des Instituts wider. Von besonderer Relevanz ist auch, dass die Ergebnisse unserer Arbeit an verschiedenen spezifischen Infektionskrankheiten der Tiere sowie in der Tumorpathologie regelmässig in unsere diagnostische Tätigkeit einfliessen.

Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsschwerpunkte des Instituts liegen derzeit in folgenden Bereichen:

Andere Schwerpunkte

Diese sind eng vernetzt mit den andere Schwerpunkten des Instituts:

Aktuelle Forschungsprojekte

Boid Inclusion Body Disease (BIBD, Einschlusskörperchenkrankheit der Boiden)

Boid inclusion body disease (BIBD) wurde in den 1970er Jahren zuerst beschrieben. Es ist eine zunehmend wichtige Erkrankung von Boas in Gefangenschaft und kann ganze Schlangenbestände auslöschen. Die Ursache für BIBD war lange unbekannt, erst vor Kurzem wurde bei erkrankten Schlangen eine Infektion mit Arenaviren nachgewiesen.

BIBD befällt Boas zahlreicher Familien, einschliesslich Boa constrictor und Python spp. Bei Boas wird ein sehr variabler Krankheitsverlauf beobachtet. Befallene Tiere sterben entweder innerhalb von Wochen oder Monaten, können aber auch symptomfreie Träger werden. Im Unterschied dazu entwickeln Pythons generell innerhalb weniger Wochen schwere neurologische Symptome, die zum Tod des Tieres führen. Die Prävalenz von BIBD in Schlangenpopulationen in Gefangenschaft ist bisher nicht bekannt. Ausserdem ist bisher keine Erkrankung bei wildlebenden Schlangen beschrieben. Der natürliche Wirt der BIBD-assoziierten Arenaviren (BIBDAV) ist ebenso unbekannt.

Unsere Forschungsgruppe (The BIBD-Group) aus Veterinärpathologen und Virologen arbeitet an der Etablierung zuverlässiger diagnostischer Methoden für BIBD. Der molekulare Nachweis einer BIBDAV-Infektion wird durch die hohe Variabilität der Viren erschwert, sodass momentan die effektivste Diagnostik mittels Virusisolierung in Boazellkulturen erfolgt. Diese Technik ist zeitlich und finanziell sehr aufwändig und kann nur schwer etabliert werden. Daher versuchen wir, Methoden zum Nachweis von Virusantigen zu entwickeln. Virus-spezifische Antikörper sowie solche gegen Boa-IgY und -IgM haben wir bereits hergestellt. Jetzt versuchen wir uns an einem grösseren Projekt, das der Etablierung zuverlässiger serologischer Nachweise dient. Hierzu benötigen wir die Mithilfe von Schlangenzüchtern. Falls Sie an einer Zusammenarbeit mit uns interessiert sind, können Sie mehr über unser Projekt erfahren:

Information Serologie-Diagnostik BIBD (PDF, 20 KB)

Früherkennungsprogramm PathoPig

Das Institut für Veterinärpathologie der Universität Zürich ist Projektpartner im Früherkennungsprogramm PathoPig, einem Pilotprojekt zur Früherkennung von Tierseuchen, Zoonosen und Krankheiten bei Schweinen mittels Sektionspathologie.

Internationales Referenzzentrum für Chlamydien-bedingte Aborte bei Schafen

Am Institut ist auch ein Referenzlabor des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) für die Tierseuchendiagnostik beheimatet:

Das Institut für Veterinärpathologie der Universität Zürich wurde von der Weltorganisation für Tiergesundheit zum internationalen Referenzzentrum für Chlamydien-bedingten Abort bei Schafen (Enzootic abortion of ewes (ovine chlamydiosis)) ernannt.

Forschungsdatenbank

Eine detaillierte Liste unserer aktuellen Forschungsprojekte finden Sie auf der Forschungsdatenbank der Universität Zürich

Publikationen

Unsere Publikationen werden seit 2008 regelmässig über ZORA (Zurich Open Repository and Archive) veröffentlicht.